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вторник, 24 ноября 2020 г.
суббота, 14 ноября 2020 г.
воскресенье, 8 ноября 2020 г.
Семантическая ассимиляция
1. Im Kollegenkreis diskutieren wir die Bezeichnung von Netzwerken wie Facebook und Twitter als soziale Medien. Meiner Meinung nach passt diese Übersetzung vom englischen social media nicht, da social im Englischen eine andere Bedeutung hat als das deutsche sozial, nämlich ›gesellig‹.
Der englische Ausdruck social lässt
sich zwar als ›gesellschaftlich, gesellig‹ übersetzen, jedoch eben auch in
unserem Sinne als ›sozial‹ (vgl. LEO Online-Wörterbuch: http://www.leo.org/
englisch-deutsch/). Auch im deutschen Sprachraum kann gesellschaftlich als
Synonym von sozial verstanden werden, beziehen sich doch beide
Ausdrücke auf die Beziehung zwischen Menschen. Im Tierreich ist diese Bedeutung
tatsächlich die vorrangige: Soziales Verhalten bedeutet dort, dass die Tiere gesellig
sind, in Gruppen, Schwärmen etc. zusammenleben und Staaten bilden; auch der
Mensch wird in diesem Sinne als soziales Wesen bezeichnet. Die
Bedeutung von sozial ist somit zu erweitern um denjenigen
Faktor, der beim Ausdruck soziale Medien in den Fokus gerückt
wird: In sogenannten sozialen Netzwerken können Nutzer
miteinander kommunizieren, sodass auch hier eine soziale, also gesellige
Beziehung zwischen den Menschen entsteht. Entsprechend den neuen Möglichkeiten,
die diese Formen der Kommunikation bieten, könnte man sogar von einer ganz
neuen Art des sozialen, geselligen Miteinanders sprechen.
Dass bei der Kommunikation über die neuen Medien die
persönliche Kommunikation (»face-to-face«) in der Regel auf der Strecke bleibt,
macht Ihr Problem mit dem Ausdruck soziale Medien erkenn- und
nachvollziehbar – neben der teils unmöglichen Art des Umgangs, die durch den
fehlenden persönlichen Kontakt womöglich verstärkt wird. Doch dass die so
bezeichneten Netzwerke nicht unbedingt »gesellig« oder auch »sozial« sind bzw.
nicht entsprechend verwendet werden, spielt bei der Benennung keine Rolle, da
ihr ursprünglicher Zweck eben der des gesellschaftlichen, geselligen Umgangs
ist. Sicher handelt es sich zunächst um eine Lehnübersetzung, die im Deutschen
nur hinlänglich zutreffen mag, dennoch ist die eigentliche Bedeutung auch in
der deutschen Bezeichnung
1. 2. Üblicherweise ist unter Home-Office zu
verstehen, dass ein Arbeitnehmer seine Arbeit in der eigenen Wohnung ausübt,
seinen Bürojob also vom heimischen Schreibtisch aus erledigt – sein
Arbeitsplatz ist also zuhause, nicht im Büro. Die Definition des Dudens (Großes
Wörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim 2012) dazu: »[mit moderner
Kommunikationstechnik ausgestattetes] Büro im eigenen Wohnhaus«. Gerade in der
jetzigen Zeit des grassierenden Virus, wo doch ein guter Teil der Arbeitnehmer
von zuhause aus arbeitet, müsste diese Definition wohl ein wenig eingeschränkt
werden: Erstens hat nicht jeder ein Wohnhaus, zweitens hat nicht jeder ein
heimisches Büro zur Verfügung und muss mit dem Esstisch vorliebnehmen, drittens
ist dieses Büro aktuell wohl oft provisorisch mit eigenen Mitteln der
»Kommunikationstechnik « ausgestattet: Der private PC, das private
(Mobil-)Telefon muss also vielfach für Berufliches zweckentfremdet werden.
2. 3. Home-Office und Home-Schooling
Noch sind zahlreiche
Einschränkungen nicht gelockert und so arbeiten zahlreiche Menschen nicht in
Firmen und Büros, sondern von zu Hause aus. Neben anderen Ausdrücken hat sich
in Deutschland hierfür der Ausdruck Home-Office etabliert. Derzeit ist er so
präsent, dass wir ihm einen eigenen Beitrag in der Reihe »Zeit-Wort« gewidmet
haben, der im neuen Sprachdienst 3/2020 und anschließend hier auf unserer
Internetseite erscheinen wird. Kinder, die zu Hause unterrichten werden,
befinden sich analog dazu im Home-Schooling. Im aktuellen Kontext hat dieses
Wort zumindest im Deutschen eine Bedeutungsverengung erfahren: Der Ausdruck
homeschooling bezeichnet im Englischen vor allem ein Modell, bei dem Kinder
nicht in staatlichen Schulen, sondern von ihren Eltern oder privaten
Lehrerinnen und Lehrern zu Hause unterrichtet werden. Im derzeitigen
Home-Schooling befinden sich die Kinder zwar zu Hause, den Unterricht gestalten
inhaltlich aber weiterhin die Schulen.