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воскресенье, 26 июля 2020 г.
понедельник, 6 июля 2020 г.
Elf kleine Lügen
Sagen Sie immer das, was Sie wirklich denken? Nicht immer ist das die eleganteste Lösung. Zum Glück gibt es schöne Euphemismen, die den Alltag ein bisschen netter machen.
MITTEL

Von Claudia May
Sehr direkt sind sie, die Deutschen. Fehler und Probleme sprechen nicht nur Chefs sofort an, sondern auch gute Freunde. Das ist zumindest das Klischee. Aber: Ganz so schlimm ist es auch nicht. Genau wie in anderen Kulturen gibt es auch in der deutschen viele Möglichkeiten, Kritik etwas schöner wirken zu lassen: mit Euphemismen. Damit hören sich unangenehme Wahrheiten plötzlich viel positiver an.
Wir stellen Ihnen hier elf Euphemismen vor. 66 weitere finden Sie in Deutsch perfekt 7/20.
ableben
Ableben tut man wirklich nur einmal. Es ist nämlich nichts anderes als ein Synonym für sterben. Aber ableben klingt natürlich viel eleganter.
beratungsresistent
Wer keine guten Argumente von anderen Personen akzeptiert, auch wenn diese wirkliche Experten sind, ist beratungsresistent. Es ist meistens ziemlich anstrengend, wenn man diesen sehr sturen Menschen begegnet. Da kann es gut sein, dass man bei anderen Leuten manchmal → Dampf ablassen muss.
Dampf ablassen
Diese Redewendung kommt aus der Technik: Wenn ein Kessel zu viel Dampf hat, muss man ihn ablassen. Sonst explodiert er nämlich. Ganz ähnlich ist es bei Menschen: Wenn sie Dampf ablassen, dann lassen sie ihren Ärger raus. Sonst würden sie wahrscheinlich vor lauter Wut auch explodieren.
dritte Zähne
Jedes Kind weiß: Im Grundschulalter verliert man seine ersten Zähne. Dann kommen die zweiten (größeren) Zähne. Aber was sind die dritten Zähne? Die von Vampiren (→ ableben) sind es nicht. Es ist nichts anderes als ein Synonym für ein Gebiss. Für einen Mann oder eine → Frau in den besten Jahren.
Frau in den besten Jahren, die
Was sind eigentlich die besten Jahre im Leben eines Menschen? Wahrscheinlich ist es bei jedem anders. Trotzdem: Eine Frau in den besten Jahren ist eine etwas ältere Frau. Und wer aus den besten Jahren heraus ist, denkt bald schon über das eigene → Ableben nach.
Halbgott in Weiß, der
Wenn jemand ein halber Gott ist, ist er eine sehr mächtige Person. Aber warum in Weiß – und nicht in Blau? Nun, ein Halbgott in Weiß ist ein anderes Wort für einen arroganten und → beratungsresistenten Arzt. Und der trägt bei seiner Arbeit fast immer weiße Kleidung. Aber dieses negative Image haben Ärzte heute eigentlich nicht mehr. Für die meisten Patienten sind sie keine Halbgötter in Weiß, sondern Dienstleister.
kognitiv herausgefordert
Lehrer und andere Pädagogen wollen natürlich positiv über Kinder reden. Es ist nicht nett zu sagen: „Lara ist dumm.“ Viel besser ist es dann doch zu sagen: „Die Schülerin ist kognitiv herausgefordert.“

nicht alle Tassen im Schrank haben
Nein, hier braucht niemand neues Porzellan. Die Tasse der Redewendung kommt nämlich vom jiddischen Wort Toshia und das bedeutet Klugheit. Wer also nicht alle Tassen im Schrank hat, dem fehlt es an Verstand. Er ist verrückt.
übersichtlich
Mit einer Übersicht hat man alles auf einen Blick, zum Beispiel Daten in einer Tabelle. Ist das Gericht im Restaurant übersichtlich, dann heißt das übersetzt: Es liegt viel zu wenig auf dem Teller!
Vitamin B, das
Vitamin B ist eine Vitamingruppe, die aus acht Vitaminen besteht. Sie sind wichtig für die Gesundheit. Aber diese Form der Vitamine ist hier nicht gemeint. Im Berufsleben ist dies ein Ausdruck für Vorteile, die man durch (persönliche) Beziehungen bekommen hat: „Den Job habe ich durch Vitamin B bekommen: Der Firmenchef spielt mit meinem Onkel Golf.“
wegbefördern
Wenn jemand seine Arbeit sehr gut macht, wird er manchmal befördert. Er bekommt dann mehr Verantwortung. Anders ist es beim Wegbefördern: Diese Person soll gehen und bekommt eine neue Position. Die ist auf dem Papier oft toll. Ziel ist es aber, dass die Person die alten Kollegen nicht mehr stört.
Diese zehn Wörter gibt es nur im Deutschen
Brückentag, Fremdschämen, Schnappsidee: Wir erklären zehn deutsche Wörter, die es so in keiner anderen Sprache gibt.

Von Guillaume Horst
Das Internet liebt Deutsch – ganz besonders, weil es im Deutschen viele Wörter gibt, die man nur schwer in andere Sprachen übersetzen kann. Dieses Phänomen sehen wir uns im Juni-Heft von Deutsch perfekt genauer an. Die Liste mit zehn sehr deutschen Wörtern – und eine kleine Übung zu diesen Vokabeln – finden Sie auch hier.
1. das Abendbrot
Ein Abendessen gibt es in jedem Land. Relativ früh am Abend nicht viel mehr als belegte Brote und nichts Warmes essen: Das ist typisch deutsch. Heute ist das Abendbrot ein fester Teil der deutschen Kultur. Deshalb heißt eigentlich jedes Abendessen so, auch wenn niemand Brot isst.
2. der Brückentag, -e
Über einen Feiertag freut sich fast jeder Arbeitnehmer. Aber ist es nicht ärgerlich, wenn der freie Tag ein Donnerstag ist? Obwohl es schön wäre, ein langes Wochenende zu haben, muss man am Freitag arbeiten. Deshalb nehmen sehr viele sich diesen Tag – den Brückentag – frei. So genießen sie ein viertägiges Wochenende.
3. das Fingerspitzengefühl
Manche Situationen sind sehr kompliziert: Wenn man etwas falsch macht, kann vieles kaputtgehen. Dann muss man vorsichtig sein, Empathie zeigen, sensibel sein und die richtigen Worte finden – also Fingerspitzengefühl haben.
4. das Fremdschämen
In einem Film, den Sie schauen, macht ein Charakter etwas Peinliches. Sie fühlen sich deshalb selbst schlecht und würden am liebsten den Fernseher ausmachen. Sie schämen sich also für etwas, was ein Fremder tut: Das ist Fremdschämen.
5. die Geborgenheit
In den meisten Sprachen ist die Übersetzung für dieses Wort Sicherheit. Das ist aber nicht genau genug. Denn Geborgenheit bedeutet auch ein Gefühl von Gemütlichkeit, Wärme und Schutz. Ein Kind fühlt es, wenn es in den Armen seiner Eltern liegt.
6. die Geschmacksverirrung
Wenn jemand nicht mehr weiß, wo er ist und wie er nach Hause kommt, hat er sich verirrt. Wenn jemand zum Beispiel Kleidung trägt, die ihm nicht steht, nicht zusammenpasst oder nicht gut aussieht, dann nennt man das eine Geschmacksverirrung. Es ist eigentlich ein sehr höfliches Wort. Es sagt nämlich: Diese Person hat nicht generell einen schlechten Geschmack, sie hat nur heute eine falsche Wahl getroffen.
7. der innere Schweinehund
Der innere Schweinehund begleitet uns immer. Er ist es, der uns sagt, dass wir heute Abend keinen Sport mehr machen müssen, weil es draußen ein bisschen kalt ist. Dass wir besser den Aufzug als die Treppe nehmen, um zu der Wohnung im zweiten Stock zu kommen. Und dass wir ruhig noch eine Stunde länger schlafen können, weil die Prüfung am nächsten Tag sicher nicht so schwierig sein wird. Wir müssen also gegen den inneren Schweinehund kämpfen und ihn überwinden. Und danach fühlen wir uns normalerweise viel besser.
8. der Kummerspeck
Wer unglücklich verliebt ist, bekommt Liebeskummer. Er ist dann so deprimiert, dass er vielleicht viele Süßigkeiten isst. Dann wird er wahrscheinlich bald dicker. Diese Extrakilos heißen Kummerspeck.
9. die Schnapsidee, -n
Jeder hatte schon mal eine Schnapsidee: Besonders, wenn man zu viel Alkohol getrunken hat, hat man manchmal verrückte Pläne. Aber auch die sehr schlechten Ideen von Nüchternen nennt man Schnapsideen. Sie sind nämlich so verrückt, dass sie eigentlich nur ein Betrunkener haben könnte.
10. verabredet
Eine Verabredung ist ein Termin; so weit ist alles klar. Aber verabredet sein, also einen Termin haben – diesen Ausdruck gibt es nur im Deutschen. Dabei ist klar: Wer in Deutschland verabredet ist, der muss auch pünktlich sein.
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